Minimalismus für Familien

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Minimalismus für Familien

​Woran denkst du, wenn du den Begriff Minimalismus hörst? An Weltreisende, die all ihre Habseligkeiten in einem Rucksack unterbringen? Oder an hippe Singles in der Großstadt, die in ihrem Loft nur einen Futon und leere Wände haben?

Minimalismus ist derzeit in aller Munde, aber die Chancen stehen gut, dass es dabei eher nicht um eine Familie geht.

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Familien leben in der Regel nicht in halbleeren Räumen und verreisen eher selten (​Ausnahmen bestätigen die Regel) mit nur einem Rucksack als Gepäck. Ist Minimalismus für Familien also ein unerreichbares Ziel? Muss man wirklich die Dinge zählen, die man besitzt und wenn es mehr als hundert sind, ist man kein Minimalist?

Was bedeutet Minimalismus denn überhaupt? Der Duden beschreibt Minimalismus als "bewusste Beschränkung auf ein Minimum, auf das Nötigste". Wikipedia bezeichnet Minimalismus als "Lebensstil, der sich als Alternative zur konsum­orientierten Überflussgesellschaft sieht." ​TheMinimalists definieren Minimalismus als Werkzeug, dich vom Überflüssigen in deinem Leben zu befreien um dich auf das zu konzentrieren, was wichtig ist, so dass du Freude, Erfüllung und Freiheit finden kannst.

Vor allem letztere Definition klingt nicht nur verlockend, sondern auch durchaus als Familie erreichbar. Wenn ich mich frage, welch ein Leben ich leben möchte, dann wünsche ich mir auf jeden Fall Freude, Erfüllung und Freiheit, nicht nur für mich, sondern für meine ganze Familie. ​Dann ist eine minimalistischere Lebensweise definitiv etwas für uns und ein Ziel, dass wir gerne anstreben.

Minimalismus für Familien

Woran erkennst du, dass du reif für ein minimalistischeres Leben bist? ​

  • ​Hast du auch zu viel "Zeug" im Haus?
  • Kämpft du mit Kram, von dem du nicht weißt, wohin damit?
  • Bist du immer furchtbar beschäftigt und findest kaum Zeit einfach mal "nichts" zu tun?
  • Bist du immer auf der Suche nach "größer, besser, mehr"?
  • Suchst du stets nach Lösungen, wie du noch mehr aus vorhandenem Stauraum herausholen kannst?
  • Verschwendest du regelmäßig Zeit damit, verlegte Dinge zu suchen?

Wenn du eine oder mehrere dieser Fragen mit "ja" beantworten konntest, stehen die Chancen gut, dass Minimalismus auch für dich eine gute Möglichkeit wäre, wieder mehr Freude, Erfüllung und Freiheit in dein Leben zu bringen.

Mache dir einmal bewusst, warum unnötiges Zeug eine Belastung für deine Familie ist: Wie Gerümpal die schadet - 12 Gründe, warum du unbedingt ausmisten solltest.

Wäre es nicht schön mit mehr Klarheit, Sinn und Bewusstsein zu leben anstatt chaotisch und unorganisiert. Wäre es nicht wunderbar mit Dingen und Erfahrungen zu füllen, die wertvoll für uns sind anstatt voll von Ablenkungen, Stress und Ärger. Wäre es nicht traumhaft fröhlich, leicht und entspannt zu sein anstatt wütend frustriert und überfordert. 

Das alles kannst du erreichen durch das Loslasssen der Dinge, die du nicht brauchst. Wir sind bereits seit einiger Zeit dabei unsere Sachen auszusortieren und zu reduzieren. Fertig sind wir damit noch nicht, wir haben aber bereits gute Fortschritte gemacht. Und so lautet unser Credo: Fortschritt, nicht Perfektion. Ob man uns jetzt als Minimalisten bezeichnen kann? Vielleicht eher als Familie auf dem Weg zum Minimalismus.

Minimalismus mit Kindern

Minimalismus muss dabei aber nicht bedeuten:

  • alle Erinnerungen wegwerfen
  • Fernseher, Auto und Sofa verkaufen
  • ​nur noch ein Paar Schuhe besitzen und nur noch schwarz/weiß tragen
  • ​alles Spielzeug loswerden

Minimalismus bedeutet vielmehr, Freude nicht in physischen Dingen zu suchen, sondern durch das Leben an sich ​und dabei bist es du selbst, der bestimmt, was in deinem Leben überflüssig ist und für was du Platz und Zeit in deinem Leben schaffen möchtest. Es gibt nicht den einen Minimalismus für alle. Was für den einen wichtig ist, ist für den nächsten überflüssig. In einer Familie bedeutet das, sich gut abzusprechen.

Beim Minimalismus geht es nicht darum alles loszuwerden und mit so gut wie nichts zu leben. Es geht auch nicht um eine magische Anzahl an Gegenständen, die man besitzt. Für eine Familie geht es vielmehr darum, herauszufinden, was wirklich wichtig ist, was notwendig ist. Warum sie Dinge besitzt, warum sie dies oder jenes tut.

​Obwohl wir noch nicht damit fertig sind, unseren Besitz zu reduzieren, spüren wir bereits die ersten positiven Auswirkungen, die ein Leben mit weniger Zeug bedeutet. Ein minimalistischer Lebensstil kann auch euch viele Vorteile bringen:

  • Mehr Platz: Ihr braucht keine größere Wohnung (um noch mehr freien Platz mit Sachen vollzustellen).
  • Mehr Geld: Ihr investiert euer Geld lieber in Reisen und schöne Erlebnisse als in Dinge.
  • Mehr Ordnung: Es gibt weniger aufzuräumen, zu putzen und zu organisieren.
  • Mehr Zeit: Weniger Arbeit mit den physischen Dingen um euch herum verändert auch den Umgang mit Zeit . Es ist schön, diese gewonnene Zeit mit den Kindern verbringen zu können.
  • Mehr Selbsterkenntnis: Brauche ich das Zeug wirklich? Werde ich dadurch wirklich  glücklicher, liebenswerter, schöner? Und welche Werte gebe ich eigentlich an meine Kinder weiter?
  • Mehr Übersicht im Kleiderschrank: Wenn du nur noch die Sachen, die du wirklich magst, die dir wirklich stehen und passen im Kleiderschrank hast, bist du immer gut angezogen und musst morgens nicht lange überlegen.
  • Weniger Stress, vor allem für Mütter: Weniger Dinge im Haus zu haben bedeutet, es gibt weniger aufzuräumen, zu reparieren oder ersetzen. Die Räume wirken ruhiger und klarer und lenken das Auge weniger ab. Mütter brauchen Minimalismus mehr als alle anderen.
  • Die Erkenntnis, dass man nicht viel Geld braucht, um das Leben zu genießen: Es gibt viele Dinge, die man mit Kindern unternehmen kann, die nichts oder nicht viel kosten. Zusammen draußen spielen, drinnen Gesellschaftsspiele machen, gemeinsam kochen, usw.

​Wenn du also zunehmen genervt bist von dem Überfluss, wenn Spielzeug euer Haus überflutet, wenn Küchenschränke überquellen, euer Kalender bis zum Rand vollgepackt ist und deine Familie viel zu wenig Zeit miteinander verbringt, weil alle viel zu beschäftigt sind, dann ist es an der Zeit etwas zu ändern.

Starte noch heute! Wenn du nicht weißt, wo du anfangen sollst, schau dir diesen Artikel an: Wie du Ordnung in deinen Alltag bringst, wenn du keine Ahnung hast, wo du anfangen sollst. Letztendlich ist aber vor allem wichtig, dass du anfängst. ​Du kannst z.B noch heute:

  • Spielzeug aussortieren, mit dem deine Kinder sowieso nicht spielen.
  • ​die Küche entrümpeln und alles weggeben. was nicht benutzt wird.
  • Kleidung aussortieren, die keiner mehr trägt.
  • Verantwortlichkeiten abgeben, die dir zu viel geworden sind.

Jede Familie ist anders und so wird auch eure Reise zu einer minimalistischeren Lebensweise einzigartig sein. Schau dich um. Hast du erkannt, was es ist, was dir in deinem Leben zuviel wird? ​Dann lege los und befreie dich von dem, was überflüssig ist. Schritt für Schritt. Und schaffe wieder mehr Platz für das, was dir wichtig ist. 

Liebe Grüße,

Nicole​


https://www.theminimalists.com/

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