Wie Du Ordnung in Deinen Alltag bringst – wenn Du keine Ahnung hast wo Du anfangen sollst

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Ordnung Familie

„Ich wäre so gerne ordentlicher und besser organisiert. Aber ich habe absolut keine Ahnung wo ich anfangen soll.“ Diesen Satz höre ich oft von Freundinnen und Bekannten.

Genau so habe ich mich gefühlt bevor ich meinen Weg zu besserer Alltagsorganisation begonnen habe: Überwältigt vom Chaos um mich herum und überfordert mich der Frage. Wo soll ich bloß anfangen?

Geht es Dir ähnlich? Stehst Du auch vor einem großen Berg an Aufgaben und hast nicht die geringste Ahnung an welcher Stelle Du beginnen sollst diesen abzutragen?

 

Klein anfangen

Oft wird empfohlen, einfach klein anzufangen. Du beginnst da wo Du jetzt stehst. Mit einer Schublade, einem Zeitungsstapel, einer Ecke im Kinderzimmer. Von dort aus arbeitest Du Dich dann vor. Du schaffst kleine Ordnungsinseln, von denen aus Du weiter in den Ozean des Chaos vordringst.

Einen kleinen überschaubaren Bereich zu ordnen kann sehr motivierend wirken. Die erste organisierte Schublade lässt erahnen, wie es sein kann, wenn das ganze Haus so schön ordentlich ist.

Das Problem bei dieser Methode ist jedoch, dass auch das genaue Gegenteil von Motivation eintreten kann. Zu sehen, wie winzig klein und nichtig dieser schön geordnete Bereich im Vergleich mit dem Chaos ringsherum ist, kann Dich dazu bringen die Flinte ins Korn zu werfen und aufzugeben bevor Du überhaupt richtig begonnen hast, weil alle Deine Bemühungen aussichtslos scheinen.

 

Die unbequeme Wahrheit

Ganz ehrlich. Wenn Du Dein Leben und Deinen Alltag organisieren möchtest wird das nicht über Nacht stattfinden. Es wird nicht in einer Woche stattfinden. Es wird nicht einmal in einem Monat stattfinden. Das Schaffen von physicher Ordnung, die Einführung und Beibehaltung positiver Routinen, guter Angewohnheiten dauert seine Zeit.

Das Chaos in Deinem Zuhause ist nicht an einem Tag entstanden, auch nicht in einer Woche oder einem Monat. So wie es sich langsam ausgebreitet hat, braucht es eben auch Zeit, bis Du es erfolgreich eingedämmt hast.

Und auch dann kannst Du Dich nicht einfach zurücklehnen und die Beine hochlegen. Klar darfst Du einen Schritt zurücktrete, stolz auf Dein Werk schauen und Dir auf die Schulter klopfen. Aber dann kommen Deine gute Angewohnheiten ins Spiel. Nur mit Hilfe Deiner eingeübten Routinen schaffst Du es, dass der Haushalt auf Dauer ordentlich und organisiert bleibt.

Schau, das Leben verändert sich, Deine Familie wächst, Deine Wohnsituation ändert sich und damit müssen sich auch Deine Systeme und Routinen ändern. Organisationsysteme können und müssen immer wieder angepasst und verändert werden. Ganz nach den momentanen Bedürfnissen Deiner Familie.

Und es ist auch OK, wenn Du ein neues System eingeführt hast und nach einer Weile bemerkst, dass es so nicht für Euch funktioniert.

Wirf jetzt bitte nicht das Handtuch, sondern bleib dran! Überlege woran es liegt und passe Stück für Stück an, bis es wirklich für Euch in Eurer momentanen Situation passt.

Sei nicht frustriert, wenn Du Deinen Weg zu besserer Ordnung und Organisation beginnst und es nicht so schnell vorwärts geht wie Du erhofft hattest oder wenn die Dinge nicht genau so laufen wie geplant.

Es ist wichtig, dass Du offen und flexibel bleibst und dabei ausdauernd Deine Ziele verfolgst. Denk dran: Es ist OK, wenn es Zeit braucht und nimm Dir die Zeit, die du brauchst.

 

Also, wo fange ich nun an?

Schnapp Dir einen Blatt Papier und was zu Schreiben und lass Dich einen Tag lang von beidem begleiten. Vom Aufstehen bis zum Schlafengehen. Such Dir einen typischen  Wochentag raus, der am Deine täglichen Abläufe wiederspiegelt. Jetzt machst Du Dir den Tag über Notizen. Schreib alles auf. Das was wirklich gut funktioniert und Dich glücklich macht genauso wie das, was schief läuft, was Dich frustriert, wo Du nicht weiterkommst.

Vielleicht verschwendest Du am Morgen wertvolle Zeit damit verschwundene Mützen Deiner Kinder zu suchen. Oder die Autoschlüssel. Aber dafür bringst Du ein gesundes leckeres Mittagessen pünktlich auf den Tisch.

Wichtig ist, dass Du Dir bewusst machst und anerkennst, was bereits gut läuft. Und dass Du im Gegenzug erkennst welche Dinge es sind, die Dir Probleme machen und Dir Bauchschmerzen bereiten.

 

Setze Deine Prioritäten

Sobald Du nun Deine Liste erstellt hast, bringe die Dinge der Kategorie „Verbessserungswürdig“ in eine Reihenfolge.

Überlege, was Dich am meisten Zeit, Nerven und Geld kostet.

Zum Beispiel kostet es Dich Mahngebühren, wenn Du eine fällige Rechnung nicht bezahlst, weil Du sie nicht finden kannst, oder sie in irgendeinem Papierstapel vergessen hast.

Morgens Mützen, Schals oder Rucksäcke zu suchen und deshalb zu spät zu Terminen, in die Schule oder zur Arbeit zu kommen kostet Dich Zeit und Nerven – jede Menge! Ich spreche da -leider- aus Erfahrung.

Festzustellen, dass Dein Kind keine sauberen Socken mehr im Schrank hat, weil die gewaschene Wäsche einer Woche zu einem Berg aufgetürmt in der Waschküche liegt anstatt sortiert und gefaltet im Schrank kostet Dich ebenfalls Zeit und eine Menge Nerven.

Indem Du nun die Dinge auf Deiner Liste von 1 – am Wichtigsten bis 10 – unwichtig kategorisierst, erkennst Du, wo es Dir am meisten bringt zu beginnen und wo eine Verbesserung die größten positiven Auswirkungen hat.

Für den Moment, vergiss den Keller, Dachboden oder Abstellraum. Damit beschäftigst Du Dich später. Zuerst konzentrierst Du Dich auf Deine täglichen Routinen. Sobald Du Deinen Tagesablauf besser im Griff hast, kannst Du andere Bereiche in Angriff nehmen.

Setze Dir ein Ziel!

Nun weißt Du welchen Bereich Du zuerst anpacken willst. Hey, Du weißt jetzt tatsächlich wo Du anfangen willst! Damit hast Du den ersten Schritt auf Deiner Reise schon gemacht. Gratuliere!

Also schnapp Dir nun nochmal Deinen Notizblock und schreibe auf:

  1. Der Name Deines Projekts
  2. Bis wann Du es beendet haben wirst (eine realistische Einschätzung bitte ;-))
  3. Warum dieses Projekt wichtig für Dich ist. Dies hilft Dir Deine Motivation zu erhalten. Zum Beispiel „Entspannter Start in den Tag“, „Mehr Zeit für meine Kinder“.
  4. Alles was Du brauchst, um Dein Projekt erfolgreich zu beenden, sei es Material oder sonstige Hilfe. (Kinderbetreuung, Kisten und Körbe, jemanden, der Dir hilft, Schweres zu tragen, etc.).
  5. Deine Belohnung. Etwas, was Du gerne tust, das Dich motiviert durchzuhalten, damit Du bei der Stange bleibst.

Und jetzt krempel die Ärmel hoch und leg los!

Damit Du Dich voll auf Dein Projekt konzentrieren kannst, habe ich für Dich schon mal Vorarbeit geleistet. Hier kannst Du Dir meine kostenlose Vorlage zum ausdrucken herunterladen in die Du Dein Projekt eintragen kannst. Damit kannst Du sofort starten:

Mein Ordnungsprojekt

Die konkreten Schritte eines jeden Organisationsprojekts  findest Du in meinem Beitrag:

8 Schritte mit denen Du ALLES organisieren kannst

Du siehst: die Antwort auf die Frage „Wie fange ich an“ ist keine einfache. Aber es ist auch kein unmögliches Unterfangen mit dem Ordnen und Organisieren zu beginnen. Denk an das, was Dich motiviert, was Dich antreibt.

Für jeden wird der Start anders sein. Am Ende ist das Ziel immer das gleiche.

Wenn Du Dir jetzt die Zeit nimmst Deinen Alltag zu ordnen und organisieren wird Dir das am Ende viel Zeit, Geld und Nerven sparen!

Welchen Bereich wirst Du zuerst angehen? Was wird Dein erstes Projekt? Ich möchte gerne davonhören und freue mich auf Deinen Kommentar!

Fröhliches Organisieren,

Nicole

 

 

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