Julia Poetsch von „Geliebte Ordnung“

Interviewreihe

Julia Poetsch von

"Geliebte Ordnung"

Julia Poetsch lebt mit ihrem Mann und zwei Kindern in Nürnberg. Als Ordnungscoach in ihrem Unternehmen Geliebte Ordnung unterstützt sie Menschen, die gerne ordentlich leben, es aber alleine nicht schaffen.

​Auch berät Julia Menschen, die sich von überflüssigem Ballast befreien wollen, um strukturierter arbeiten zu können und um leichter zu leben.

Nebenbei arbeitet sie in Teilzeit als Online Marketing Manager in einer Werbeagentur.

Im Blog von Geliebte Ordnung gibt es kostenlose Ordnungstipps, auch in Form von Videos (z.B. 1-Minute-Ordnungstipps).

Liebe Julia, zuerst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hast!​

Was bedeutet ein einfach gutes Leben für Dich?

"Das ist eine sehr schwere Frage. Auf jeden Fall ein Leben mit gutem Essen, denn qualitativ hochwertige Lebensmittel finde ich sehr wichtig (zum Glück sieht das mein Mann auch so). Gesunde und glückliche Kinder, eine funktionierende Beziehung (und das ist kein Selbstläufer, für den man nichts tun muss), unser großer Garten, der mir viel Freude bereitet und die Kinder müde macht, Freunde, auf die man sich verlassen kann und eine Aufgabe, die mich beruflich herausfordert, mir Spaß macht und mich entsprechend finanziell für die Mühe entschädigt."


Gibt es ein Vorbild an dem Du Dich orientierst?

"Ich bewundere Frauen, die es schaffen, trotz Kindern und Job ein glückliches Leben zu führen. Ich glaube, wer behauptet, er würde trotz Doppel- oder Dreifachbelastung immer ruhig und entspannt bleiben, der ist nicht ehrlich. Ich kenne keine Mutter, die ihre Kinder nicht auch mal anschreit oder die Nerven verliert.

Ich bewundere sehr meine Freundin Susanne, die drei wunderbare Mädchen groß zieht, nebenbei ein Zweitstudium als Journalistin macht, Bloggerin ist und dann auch noch eine große Elternbloggerkonferenz, die #denkst, in Nürnberg gegründet hat. Sie ist ihren Töchtern eine wundervolle Mutter, wie ich finde, und inspiriert mich in Vielem, was sie tut. Sei es das Thema ökologische Lebensweise, sei es ihr respektvoller Umgang mit den Kindern und dem, was sie ihnen vorlebt und beibringt.

Obwohl wir Mütter so oft an dem zweifeln, was wir tun, schaffen wir doch ganz schön viel. Nur wir selbst sehen das oft ganz anders. Manchmal braucht es den Blick von außen, um zu realisieren, dass man schon ganz schön viel richtig macht."


Wie erleichterst Du Dir den Alltag?

"Ohne mein Smartphone geht bei uns gar nichts. Dazu habe ich seit ein paar Wochen Outlook Exchange installiert und synchronisiere damit sämtliche E-Mails, Termine (privat + Job) und das Adressbuch. Das hilft mir ungemein, um sowohl alle Termine in der Familie immer up to date zu halten, als auch um mobil zu arbeiten. Wenn ich beim Frisör sitze und mal eben eine ganz bestimmte E-Mail suche, kann ich sie auf dem Smartphone dank Exchange jetzt immer finden.

Mein Mann und ich wissen immer ganz genau, wie der Wochenplan aussieht und wann wer von uns für welchen Termin (mit den Kindern) zuständig ist. Generell nutze ich gerne digitale Ordnungshelfer, um unseren Alltag zu organisieren. Auch für Notizen, Ideen, Aufgaben etc. Ich habe dazu sogar mal eine ganze Artikel-Serie bei mir im Blog veröffentlicht."


Welche Fehler hast Du bisher auf Deinem Weg zu einem einfach guten Leben gemacht und was hast Du daraus gelernt?

"Ich mache permanent Fehler und stelle mir selbst ein Bein, indem ich Aufgaben annehme, die eigentlich zu viel sind. Mich interessiert Vieles und ich bin relativ gut vernetzt. Da passiert es leicht, sich zu viel zuzumuten. Nein sagen wäre da wohl der Schlüssel und ich arbeite gerade daran, das auch öfter mal zu tun. Aber wenn ein Thema mich interessiert, dann mache ich es eben möglich. Mit allen Konsequenzen und durcharbeiteten Abenden.

Ganz praktisch heißt das aktuell für mich, Nein zu sagen zur „Eltern-Backwoche“ im Advent in der Krippe von Sohn Nr. 2, mich nicht zu engagieren im Elternbeirat des Kindergartens von Sohn Nr. 2 und mich außerdem nicht am Spielplatz zu treffen mit Frauen, zu denen ich keine wirkliche Freundschaft pflege. Priorisieren lernen ist eines der wichtigsten Aufgaben von berufstätigen Müttern, denke ich."


Welche gute Gewohnheit hat Deinen Alltag am meisten positiv verändert?

"Bye bye Multitasking: Nicht immer versuchen, alles gleichzeitig zu tun. Wenn die Kinder zuhause sind, schreibe ich nicht mehr nebenher am neuesten Newsletter oder versuche mal eben, ein WordPress-Problem zu beheben. Das führt nur zu Stress und Streit."


Deine drei wichtigsten Tipps für ein einfach gutes Leben?

  • " Öfter mal NEIN sagen.
  • Priorisieren lernen.
  • Das Leben genießen (weniger Kalorien zählen, sich nicht von irgendwelchen Ernährungstrends verrückt machen lassen, weniger sparen, sich einfach mal was Gutes tun.)"

Gibt es Bereiche, an denen Du selbst noch arbeitest?

"Zu entscheiden, Aufgaben, die man liebt, abzugeben, weil sie einfach zu viel sind – das ist gerade eine Baustelle für mich."


Welche Themen erwarten uns in den nächsten Wochen und Monaten auf Deinem Blog?

"Ich überlege gerade, in den kommenden Monaten im Blog etwas kürzer zu treten, um mehr Zeit für andere Themen zu haben, die beruflich und familiär für mich wichtig sind. Dennoch möchte ich gerne mehr zum Thema „Ökologie und Nachhaltigkeit“ schreiben und zeigen, dass man mit weniger Dingen im Haushalt nicht nur ordentlicher lebt, sondern auch noch einen positiven Einfluss auf die Umwelt nehmen kann.

Außerdem noch einige Interviews der Reihe „Mama macht Ordnung“, weil ich es einfach toll finde, Tipps aus erster Hand von Müttern zu bekommen. Ansonsten experimentiere ich weiterhin mit verschiedenen Videoformaten und werde vermutlich mein Finger nicht ganz von den Blogtasten lassen können. Es bleibt also spannend."


Liebe Julia, vielen herzlichen Dank, dass Du Teil dieser Interviewreihe bist!

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