Haushalt und Baby – so bringst du beides unter einen Hut

Ordnung

Baby und Haushalt

Ein Baby zu versorgen ist ein 24 Stunden Job. Bevor mein erstes Kind geboren wurde hatte ich mit nicht vorstellen können, wie sehr einen solch ein kleiner Mensch in Beschlag nimmt.

Nun haben wir unser drittes Kind bekommen und damit meldet in unserer Familie nicht nur das Baby Bedürfnisse an. Auch die größeren Geschwister möchten ihren Anteil an der Mama haben. Außerdem macht sich die Hausarbeit auch nicht von alleine.  Wie also alles unter einen Hut bringen?

"Menschen vor Dingen"

Prinzipiell gilt, dass die Bedürfnisse der großen und kleinen Menschen in deiner Familie immer Priorität haben. Denk daran, dass die Zeit, in der deine Kinder klein sind so schnell verfliegt. Die Hausarbeit läuft nicht davon und größere Aktionen, die so oder so schon stressig sind, verschiebst du besser auf später. Vergiss nicht, diese besonderen Monate zu genießen.

Das fällt mir manchmal auch schwer, besonders, wenn der Schlafmangel nach weniger guten Nächten zu heftig wird und ich das Gefühl habe, nichts auf die Reihe zu bekommen, weil ich rund um die Uhr mit dem Baby beschäftigt bin. Ich kann dir aber aus Erfahrung sagen, dass es wirklich so ist, dass die Zeit viel zu schnell vorbeigeht und ehe du dich versiehst aus deinem Baby ein unglaublich selbstständiges Schulkind geworden ist.

Darum heißt die Devise: enspannt bleiben, die schönen Momente wahrnehmen und den heutigen Tag genießen.

Im Chaos versinken muss allerdings euer Haushalt deswegen noch lange nicht. Viel eher ist es nun an der Zeit, deine Prioritäten zu überdenken und Systeme und Routinen zu vereinfachen, damit sie der neuen Situation gerecht werden. Denn: wenn es aufgeräumt ist, tut das auch der Seele gut.

Vorbereitungen während der Schwangerschaft

Im Idealfall bereitest du bereits während der Schwangerschaft einiges für den Haushalt mit Baby vor:

- Jetzt ist die ideale Zeit um einmal durchs ganze Haus zu gehen und dir in jedem Raum zu überlegen, was du wegräumen kannst, was eigentlich nur im Weg steht und Staub ansetzt. Wo quellen Schränke über oder sammeln sich Papierstapel? Es lohnt sich, diese Dinge jetzt anzugehen, dann können sie dich später nicht nerven. In den ersten Monaten mit Baby wirst du für eine größere Entrümpelungsaktion kaum Zeit finden.

- Nutze den Nestbauinstnkt nicht nur, um das Kinderzimmer und den Wickelplatz schön herzurichten, sondern erledige soviel Großputz wie möglich. Später wirst du im alles froh sein, was bereits erledigt ist.

- Bereite geeignete Gerichte in größeren Mengen zu und friere sie für die erste Zeit mit Baby ein. Du wirst dir selbst dafür dankbar sein, dass du in den ersten Wochen kaum Zeit fürs Kochen aufwenden musst. ​

- Mache dir eine Liste mit schnellen und einfachen Rezepten, die deine Familie mag ​und besorge die notwendigen Vorräte. So brauchst du in der ersten Zeit nur Frisches einzukaufen.

- Treffe am besten schon jetzt notwendige Sicherheitsvorkehrungen für dein Baby. Du wirst staunen, wie schnell es geht, dass das Baby mobil wird. Da ist es beruhigend zu wissen, dass für die notwendige Sicherheit gesorgt ist:

  • Installiere bereits jetzt Sicherheitsgitter am Herd, die verhindern, dass kleine Kinder Töpfe oder Pfannen herunterziehen können.
  • Sichere die Steckdosen mit einem speziellen Schutz.
  • Überprüfe, ob alle Reinigungsmittel und Medikamente außerhalb der Reichweite neugieriger Kleinkinder aufbewahrt werden
  • Wenn ihr über zwei Stückwerke wohnt, verhindern Treppenschutzgitter schwere Stürze kleiner Krabbelkinder.

Minimalprogramm und Blitzaktionen

Erstelle dir ein Minimalprogramm, das schnell erledigt ist und das dir hilft, den Haushalt am Laufen zu halten bis dein Baby größer ist und die Situation sich wieder entspannt.

Meist wirst du die Hausarbeit in kleinen Blitzaktionen erledigen müssen, solange dein Baby z.B. für einen Moment zufrieden auf seiner Krabbeldecke liegt. Nutze diese 5 bis 10 Minuten um die Dinge im Haushalt zu erledigen, die am nötigsten bzw. dir am wichtigsten sind. Bei mir sieht das z.B. so aus:

• Tisch abräumen, und schmutziges Geschirr in die Spülmaschine räumen.

• Schmutzige Wäsche in den Wäschekorb stecken.

• Saubere Wäsche falten und sie in den Schrank zurückbringen.

• Alles, was herumliegt in einem Korb oder einer Kiste sammeln und es anschließend oder (falls die Zeit nicht ausreicht) in der nächsten Aufräumrunde an seinen Platz zurückbringen.

• Einmal durchsaugen (zumindest im Hauptwohnbereich)

Haushalt mit Baby vereinfachen

- Bewahre benötigte Putzutensilien am besten dort auf, wo sie benötigt werden. Dann sind sie schnell zur Hand, wenn du einen Moment Zeit findest, z.B. im Bad nachdem du geduscht hast. Wenn du schnell den beschlagenen Spiegel polierst, das Waschbecken auswischst und den Boden trocknest, sieht dein Bad blitzschnell wieder einladend aus.

- wenn dein Baby nicht zulässt, dass du nach dem Essen alles sofort abspülst, lasse zumindest heißes Wasser ins Spülbecken laufen, gib Spülmittel dazu und lasse alles einweichen bis zur nächsten Blitzaktion.

- Jeden Tag eine Ladung Wäsche zu waschen geht schnell und lässt sich prima in Etappen erledigen. So bleibt der Wäscheberg überschaubar. Das Bügeln kannst du dir übrigens für die meisten Sachen sparen, wenn du den Trockner sofort ausräumst, wenn das Programm beendet ist. Beim Lufttrocknen achte darauf, die Wäschestücke gut auszuschütteln und möglichst faltenfrei aufzuhängen.

- Bereite das Essen bereits möglichst früh am Vormittag vor, damit nicht im letzten Moment Hektik ausbricht. Wer sagt, dass der Tisch nicht schon um 10:00 Uhr fürs Mittagessen gedeckt sein kann. Später kannst du dann z.B. Gemüse schnippeln und Salat vorbereiten. Dann ist alles bereit und das Kochen selbst ist schnell erledigt.

- Trage dein Baby im Tuch oder einer anderen Tragevorrichtung. Da lässt es sich wunderbar staubsaugen oder kochen, während sich dein Baby so nah an deinem Körper geborgen fühlt. Mein Kleiner schläft im Tragetuch beim staubsaugen sogar am zuverlässigsten ein, so dass ich momentan mehrmals am Tag eine kleine Runde mit dem Staubsauger durch die Wohnung drehe.

Hilfe annehmen

Sag unbedingt "ja", wenn jemand fragt, ob er helfen kann. Wenn du mit deinem Alltag kämpfst, warte aber nicht ab, bis jemand seine Hilfe anbietet. Sage direkt, wo du im Moment am dringendsten Unterstützung brauchst.

- Du bekommst Besuch? Dann lasse dir direkt die wichtigsten Dinge vom Einkaufen mitbringen.

​- Wechsle dich doch mal mit einer Freundin ab, die dein Kind und ihr eigenes beschäftigt, während du die Wohnung in Ordnung bringst und tauscht in der nächsten Woche.

​- Dein Mann kann nach der Arbeit auch mal am Supermarkt anhalten und den Großeinkauf machen

​- Vielleicht habt ihr ja eine Oma in der Nähe, die gerne Spazierfahrten mit dem Baby macht.

​- Eine Freundin kann mit den älteren Kindern auf den Spielplatz gehen oder sie mit zum Kinderturnen, Flöten etc. nehmen. Wenn alles wieder einfacher läuft, kannst du dich revanchieren.

Einen Haushalt mit Baby zu führen ist immer eine Herausforderung. Mit den oben genanntan Tipps kannst du dir das Leben aber durchaus einfacher machen.

Vor allem aber, mache dir keinen Stress, wenn nicht immer alles nach Plan läuft. Das tut es bei mir auch nicht. Um diesen Beitrag zu schreiben, habe ich einige Anläufe gebraucht und habe meine Arbeit immer wieder unterbrochen, um zu wickeln, zu stillen, Mittagessen zu kochen und mein unzufriedenes Baby herumzutragen. Große Teile habe ich mit einer Hand getippt, mit meinem Kleinen im anderen Arm. 🙂

Wie du bestimmt bemerkt hast, war es hier allgemein etwas ruhiger. Das war natürlich zum Teil der neuen Situation mit Baby geschuldet. Ganz untätig war ich allerdings auch sonst nicht. Im Hintergrund habe ich in den letzten Monaten fleißig an einem "Geheimprojekt" gearbeitet, in das sehr viel Zeit, Energie und Liebe geflossen ist. Ich freue mich riesig darauf, das Geheimnis bald lüften zu können. Es ist ein richtiges Herzensprojekt und du darfst gespannt sein. Ich halte dich auf dem Laufenden.

Bis dahin liebe Grüße,

Nicole