Birgit von „Muttis Nähkästchen“

Interviewreihe

Birgit von "Muttis Nähkästchen"

Birgit alias "Mutti" plaudert seit 2009 aus Muttis Nähkästchen. Um Nadel, Faden und Zwirn geht es nicht, sondern vielmehr um Begleitung, Erziehung, Kommunikation, Tipps und Tricks rund den Alltag mit Kindern, die Behebung des einen oder anderen Wehwehchens und auch ganz viel Scheitern.

Erfahrungsberichte aus erster Hand – ehrlich und möglichst lösungsorientiert

Liebe Birgit, zuerst einmal vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview genommen hast!

Was bedeutet ein einfach gutes Leben für Dich?

"Einfach gut leben ist das akzeptieren dessen, was ist. Ich bin 40 und meine Haare sind grau - so what? Und dankbar sein dafür, was man alles hat. Freilich gibt es immer Luft nach oben und wir fühlen uns oft unzulänglich und übervorteilt. Meist sehen wir nur das, was fehlt, was nervt, war noch besser sein könnte."


Gibt es ein Vorbild an dem Du Dich orientierst?

"Meine Mutter. Aber bitte mit Gestaltungsfreiraum. Denn: Jeder Mensch ist anders. Ich also auch ;-)"


Wie erleichterst Du Dir den Alltag?

"Indem ich Fünfe auch mal grade sein lasse. Indem ich versuche so klar wie möglich zu sein, aber auch mal auf den Putz haue. Denn: Gute Mütter schreien nicht - ich schon. Ich hab meinen durchaus pragmatischen Erziehungsstil mal so genannt: Survival Mom – Erziehungsstil: Überleben. Und meine wohl beste Entscheidung: eine Putzhilfe engagieren!"


Welche Fehler hast Du bisher auf Deinem Weg zu einem einfach guten Leben gemacht und was hast Du daraus gelernt?

"Fehler? Mache ich andauernd. Mutter-sein ist in gewisser Weise ja ein Aneinanderreihen von Situationen des Scheiterns. Mit Kindern ist einfach nichts mehr so wie zuvor. Und mit zwei Kindern verdoppelt sich diese Situation sogar noch.


Daraus gelernt? Hmm. Die Gewohnheit ist ein Hund ... Ich bin eine Lernende und werde niemals aufhören, eine Lernende zu sein. Vielleicht sind es diese Dinge: 21 Dinge, die ich gelernt habe seit ich Mutter bin 


Welche gute Gewohnheit hat Deinen Alltag am meisten positiv verändert?

"Mir meine Auszeiten zu nehmen. Ich bin über meine Grenzen gegangen. Eine zeitlang geht sowas gut - aber nicht auf Dauer. Psst! Diese Mutter bin ich selbst: Eine Mutter im Burnt Out - Geschichte des Scheiterns


Deine drei wichtigsten Tipps für ein einfach gutes Leben?

"Drei? Darf ich mehr ...?

    1. Mama-Termine machen - mal Zeit nur für mich. Diese Termin sollten auch unbedingt im Kalender eingetragen werden!
    2. Zum eigenen Scheitern stehen. Ich bekomme z.B. enorm viel positives Feedback, weil ich auf meinem Blog nicht die übliche Zuckerwatten-heile-Welt in Pastelltönen darstelle, sondern z.B. auch mal sage: Ich bin eine Arschlochmutter
    3. Nachsicht üben - vor allem auch mit sich selbst
    4. Wir sind unseres Glückes Schmied! Glück ist keine „Glückssache“ und darum sollten wir unseren Kindern unbedingt Glückskompetenz vermitteln

Gibt es Bereiche, an denen Du selbst noch arbeitest?

"Haha! Alles ist eine permanente Baustelle ... Manchmal gelingt es mir besser, manchmal schlechter ... Denn: Ich würde gerne souverän über den Dingen stehen


Welche Themen erwarten uns in den nächsten Wochen und Monaten auf Deinem Blog?

"Ich werde meinen längst überfälligen Zwischenbericht zu meinem Selbstversuch posten: Seit Weihnachten 2015 versuche ich nur das zu kaufen, das ich wirklich brauche. Außerdem verzichte ich u.a. auf Online-Shopping. Wie's mir dabei geht? Das seht ihr hier"


Liebe Birgit, vielen herzlichen Dank, dass Du Teil dieser Interviewreihe bist!